downloadpagenav-gridpagenav-nextpagenav-prevsearchsharesocial-facebooksocial-googlesocial-instagramsocial-linkedinsocial-periscopesocial-pinterestsocial-twittersocial-youtube

Beyond the collection

Antonio Citterio interviewed by Stefano Casciani
 
Die Tendenzen und die häuslichen Gewohnheiten ändern sich, aber die Küchen, die Du vor vielen Jahren für Arclinea entworfen hast, sind noch immer in Produktion. Was macht es diesen Produkten möglich, in einem hoch entwickelten Markt so lange zu überleben?
 
Unsere Zusammenarbeit hat wirklich vor sehr langer Zeit begonnen, im Jahr 1986: das erste Produkt kam zwei Jahre später auf den Markt, und seit damals haben wir den Weg der Forschung und der Entwicklung immer gemeinsam beschritten. Den Grundstein für eine Strategie für Industrieprodukte haben wir sofort gelegt, indem wir nur 'transversale' Komponenten entwarfen: standardisierte Elemente, die in Abhängigkeit von den unterschiedlichen Erfordernissen bei der Schaffung einer individuell gestalteten Küche kombiniert werden können. Dies bedeutet nicht, auf kreatives Design zu verzichten, denn bei der Definition der transversalen Komponenten haben wir auch an die Erneuerung der Typologien gedacht. Und so besitzt bereits das erste Produkt namens Italia (das noch immer in Produktion ist und dieses Jahr seinen dreißigsten Geburtstag feiert!) einen klaren Bezug zu einem professionellen Konzept: durch die Verwendung des Materials Edelstahl bringt es eine Abwendung von der klassischen Technologie der 'Küchenmöbel' zum Ausdruck. Aus diesem Grund haben wir uns an Hersteller gewandt, die aufgrund ihrer Tätigkeit für Restaurantküchen das notwendige Know-how zur Realisierung eines Modells besaßen, das dank seiner Perfektion noch heute ein Evergreen ist.
 
In welcher Weise ist Deine Erfahrung als Architekt ein Orientierungspunkt beim Entwurf der Räume für die Zubereitung und das Einnehmen von Speisen? Ist sie der Ursprung der verschiedenen Küchenkonzepte, die Du realisiert hast?
 
Hier komme ich nochmal auf das Thema der Typologien zurück. In der Geschichte meiner Arbeit als Häuser-bauender Architekt bin ich auf viele unterschiedliche Situationen gestoßen. Sie können sowohl privater als auch beruflicher Natur sein: von dem Zuhause von Freunden und Kunden bis hin zu Hotels, oder – in letzter Zeit – ganzen Wohntürmen. Ich will damit nicht sagen, dass ich für jede dieser Situationen ein eigenes Arclinea-Produkt entworfen habe. Bestimmte Erfahrungen waren mir aber sicher hilfreich, um besser verstehen zu können an welchem Punkt sich – für mich und für das Publikum – die 'Idee Küche' befand, wie sie funktionieren sollte und was sie verkörpert.

Ich glaube, dass das Geheimnis der 'Langlebigkeit' der Arclinea-Produkte im Konzept der Industriekomponenten liegt, die für verschiedene Modelle verwendet werden können und in der Erneuerung der Typologien, nicht nur der Formen.

Und was glaubst Du heute, welche Zukunft hat das Küchenambiente?

In letzter Zeit – nach der Planung und dem Bau von hohen Gebäuden, Türmen mit gemischter Zweckbestimmung, einschließlich Wohnen, vor allem in den USA und Asien – fällt mir auf, dass bestimmte Wohnräume immer kleiner werden, bei gleichzeitiger Zunahme des Leistungsangebots: dies kann eine kleinere Wohnung bedeuten, in der jedoch die Anforderung und der Spaß daran bestehen bleibt, auch weiterhin Gäste zu beherbergen und für sie zu kochen. Dies gilt insbesondere für Städte wie Miami oder New York, wo unter anderem für Erfordernisse, die mit der Präsentation und dem Status in Verbindung stehen, mehr Raum gefordert ist. Als Antwort auf diese verschiedenartigen Situationen haben wir flexiblere Produktsysteme entwickelt, mit dem Konzept des Wandschranks Closet, der mit Convivium begonnen hat und später mit Lignum et Lapis weiterentwickelt wurde: ein geschlossener Raum mit einem Schiebefalttür-System, der verschiedene spezielle Arbeitsbereiche beinhaltet. So kann man eine Küche im Stil des 'Show cooking' einrichten – wie man auf Englisch sagt – oder im Gegenteil dazu, eine 'versteckte' Küche, in der Funktionalität, Ausstattung und gastronomisches Know-how existieren, aber entweder in einer eigenen, diskreten Zone zusammengefasst oder bei Nichtgebrauch nicht zu sehen sind.

Auch persönliche Erfahrungen – angefangen von meiner Heirat, über die Geburt unserer Kinder bis hin zu ihrem Größerwerden – waren für mich nützlich, um zu verstehen, an welchem Punkt die Idee Küche angelangt war, und wie ich sie optimal planen konnte.

Die Qualität dieser Küchen steckt nicht nur in der Form und im Ambiente, sondern auch in der Technik: mit welchen Produkten ist es Dir Deiner Meinung nach gelungen, diese drei Projektkomponenten erfolgreich zu kombinieren? Welche Bedeutung haben die Details und die Materialien für ein optimales Ergebnis?

Ich bin natürlich der Ansicht, dass es uns bei allen Arclinea-Produkten gelungen ist, diese unterschiedlichen Komponenten gut miteinander zu verbinden. Wir haben bereits darüber gesprochen, wie wir für die Küche Italia mit dem Stahl die beste Produktionstechnologie gefunden haben. Durch eine Perfektionierung der Verarbeitung konnten wir vor Kurzem die Ausführungen PVD (Physical Vapour Deposition) einführen: eine besondere Technologie, mit der man durch Verdampfen von Titan verschiedene Farben auf dem Stahl aufbringen kann. So erhält man eine Legierung mit einer noch widerstandsfähigeren Oberfläche und wärmere Metalltöne, die auch all denjenigen gefallen, die Edelstahl nicht besonders mögen. Auf diese Weise passen sich Produkte, die bereits Klassiker waren, zum Beispiel Italia – aber auch Nachfolgeprodukte wie Artusi oder die Insel von Convivium – an einen erleseneren Stil an, oder besser gesagt – sie rufen ihn ins Leben

Es ist nicht immer einfach, die optimale Methode für einwandfreies Funktionieren und perfekte Ausführung zu finden. Deshalb arbeiten wir intensiv an einem industriellen Fertigungskonzept, um das richtige Kosten-Nutzen-Verhältnis zu erhalten.

Funktionalität, Stil, Ästhetik: in welche Reihenfolge würdest Du diese Aspekte in Deiner ganz persönlichen, idealen Werteskala bei der Planung für Arclinea oder – noch allgemeiner – in Deinem Ansatz als Designer bringen?

Grundsätzlich gehe ich, wie in allen anderen meiner Designprojekte, immer von der Funktionalität aus. Ich will damit nicht sagen, dass die Ästhetik oder der Stil bei einer Küche nicht wichtig ist: doch zuallererst müssen wir uns mit den Aspekten auseinandersetzen, die die Funktion, die Organisation des Raums und die notwendigen Hilfsmittel betreffen. Als wir zum Beispiel 2008 die Küche Lapis realisiert haben – ein ursprünglich aus Stein gefertigter 'Monolith' aus nur einem Material, der anschließend auch aus Stahl hergestellt wurde – haben wir intensiv an der Form der großen Arbeitsplatte und an den Details gearbeitet. Doch auch hier war das Grundkonzept funktionaler Natur: auf der einen Seite die Gäste empfangen zu können und auf der gegenüberliegenden Seite alle Arbeitshilfsmittel zu konzentrieren.

Also ist auch die Idee der 'Küche als Skulptur' ein Bestandteil dieser Produkte? Oder ist das Raumkonzept, das jedem neuen Projekt zugrunde liegt, noch wichtiger?

Ein aus formaler Sicht stark charakterisiertes Produkt kann seine eigene Würde haben, es muss jedoch in jedem Fall die Idee der Systemkomponenten berücksichtigen. Wir denken immer an zukünftige Entwicklungen, die jedoch die bereits auf den Punkt gebrachten Lösungen nicht in Frage stellen, sondern sie in ein allgemeineres System aus Komponenten integrieren. Auch bei der neuesten Küche, Principia, war es unsere Absicht, mit dem Konzept der eher offenen und der eher geschlossenen Räume (wie das große architektonische Volumen, das wir dieses Jahr im neuen Arclinea-Ausstellungsraum in Via Durini in Mailand vorstellen) alle Aspekte optimal zu integrieren, die die Küche zu einem echten Wohnambiente machen. Und ich glaube, dass wir unser Ziel auch diesmal erreicht haben.


Info-Anfrage

CONSENT EX ART. 23 OF D.LGS. 196/2003
Having read the Information Notice on the processing of personal data,

  • zur Erstellung von Nutzerprofilen

  • zur Mitteilung an Dritte zu Marketingzwecken

Durch Betätigen der Schaltfläche SENDEN bestätige ich die unter Punkt a) der Informationsmitteilung angegebene Zustimmung zur Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die Zwecke des Dienstes und in der gleichen Informationsmitteilung genannten vorgesehenen Weise, einschließlich der Verarbeitung in EU-Mitgliedstaaten oder Nicht-EU-Ländern.

Top